Das Eine

Der Weg des Menschen ist die Einigung mit dem Einen. Das Eine ist das Gute. Es ist das Schöne. Es ist Liebe. Es ist Leben. Es ist Weisheit und es ist Erkenntnis. Es ist das Gute, Schöne, die Liebe, das Leben, die Weisheit und die Erkenntnis aus dem alles Gute, alles Schöne, alle Liebe, alles Leben, Weisheit und Erkenntnis hervorgehen. Alles geht aus ihm hervor, doch ist es nicht alles. Es ist nicht alles, doch ist es in allem erkennbar. Das Eine ist nicht zwischen den Dingen erkennbar, doch es ist in ihnen erkennbar, denn das Eine ist der Urgrund und die Ursache von allem. Wie die Dinge nicht sind, so sind sie im Einen. Daher ist das Eine das Nicht-Alles. Kehrt das Alles und Nicht-Eine in das Eine und Nicht-Alles zurück, so ist es das Eine geworden. Die Einigung mit dem Einen ist die Entwerdung von allem.  


Das Eine wird zwei. Das Erste spiegelt sich im Zweiten. Es erkennt sich als das Zweieine. Das Zweieine ist die Liebe. Das Zweite wird, entsprechend seiner zweieinen Natur mit dem Ersten, ebenfalls zwei. Das Zweite spiegelt sich im Dritten. Es erkennt sich als das Zweieine. Das Zweieine ist die sich ausschüttende und selbstverschenkende Liebe. Wie das Dritte eins wird in der Liebe mit dem Zweiten, wird das Zweite in der Liebe eins mit dem Ersten. Das Dritte, das Zweite und das Erste werden eins. Sie sind das Dreieine. Das Dreieine, bestehend aus dem Ersten, dem Zweiten und dem Dritten, ist das Eine. Das Eine ist der eine Gott und das Dreieine ist der dreieine Gott. Das Erste ist der Vater. Das Zweite ist der Sohn. Das Dritte ist der Heilige Geist. Der eine und dreieine Gott ist ein atmender Gott. Er begegnet dem Menschen in der Dreiheit und nimmt ihn auf in seine Einheit. Durch das Dritte vereinigt sich das Eine mit dem Zweiten und in der Vereinigung mit dem Zweiten vereinigt sich das Zweite mit dem Ersten. Durch das Dritte, dem Heiligen Geist, werden die Menschen eins mit dem Zweiten, dem Sohn, und in der Vereinigung mit dem Zweiten, dem Sohn, wird das Zweite, der Sohn, vereinigt mit dem Ersten, dem Vater. In der Dreiheit wird der Mensch zum Einen. In dem dreieinen Gott wird der Mensch zum einen Gott. Gott ist einer und er ist dreieiner. Er ist Geist und Liebe in der zweifach zweieinen Beziehung zwischen Vater und Sohn und zwischen Sohn und Heiligem Geist. Die Beziehungen zwischen Vater und Sohn und zwischen Sohn und Heiligem Geist schließt die dritte Beziehung zwischen dem Sohn und dem Heiligen Geist und dem Vater mit ein. Sie ist in der zweifachen zweieinen Beziehung bereits voraussetzt.  

Das Eine, Gott, wurde zur ersten Person des Einen, dem Vater, aus dem die zweite und dritte Person des Einen, der Sohn und der Heilige Geist, hervorgingen. In dem Erkennen der dritten Person in uns werden wir eins mit der zweiten Person des Einen und in der Einswerdung mit der zweiten Person des Einen werden wir eins mit der ersten Person des Einen. Durch die drei Personen des Einen wurden wir eins mit dem Einen. Durch unser Ich und Du mit dem Einen wurde das Eine durch sein Ich und Du mit uns, eins mit uns. Das Eine, Gott, wurde Mensch, damit der Mensch Gott würde. Das Eine, Gott, wurde Vater und Sohn und Heiliger Geist, damit die Menschen durch den Heiligen Geist und den Sohn und Vater Gott würden. Der Heilige Geist verwandelt die Menschen zum Sohn, damit sie im Sohn eins mit dem Vater würden. Im Sohn sind sie Gott in Gott mit Gott, dem Vater. Sie sind verwandelt zu Gott. Sie sind verwandelt zum Einen. Sie sind das Gute, das Schöne, die Liebe, das Leben, die Weisheit und die Erkenntnis. Sie sind die Kinder im Sohn im Vater durch den Heiligen Geist, der sie mit dem Sohn und dem Vater vereint. Sie sind Kinder durch den Heiligen Geist, der sie zu Gott verwandelt. Sie sind Gott in Gott in Gott durch Gott, der sie zu Gott verwandelt hat. Sie sind das Eine und Nicht-Alles, aus dem das Nicht-Eine und Alles hervorgeht. Sie sind der Urgrund und die Ursache von allem. Sie sind allem entworden und geeint mit dem Einen. Alles fließt. Alles ist eins. Alles ist aus dem Einen und kehrt in es zurück. 

"Vater, ich kehre heim in meine Mitte, die Gemeinschaft von Sohn und Heiligem Geist. In meiner Mitte bin ich eins mit dir!" Das Gebet zum Sohn ist der Weg aus dem Heiligen Geist in die eigene Mitte und die Vereinigung von Heiligem Geist und Sohn. Das Gebet zum Vater ist der Weg aus der eigenen Mitte, der Gemeinschaft von Heiligem Geist und Sohn, zum Vater und die Vereinigung von Heiligem Geist und Sohn mit dem Vater. Beides auf seine Weise, das Gebet zum Vater und das Gebet zum Sohn, führt sowohl in die eigene Mitte, die Gemeinschaft von Heiligem Geist und Sohn, als auch in die Vereinigung mit dem Vater, der Gemeinschaft von Heiligem Geist und Sohn mit dem Vater. Trotzdem ist das Gebet zum Sohn eher der individuelle Zugang zur eigenen Mitte und das Gebet zum gemeinsamen Vater eher der kollektive Zugang zu Gott. Die Gemeinschaft Gottes in mir, die Gemeinschaft von Heiligem Geist Gottes und dem Sohn Gottes, führt mich in die Gemeinschaft mit Gott. Durch die Vereinigung von Heiligem Geist und Sohn in mir, werde ich vereinigt mit dem Vater. In der Vereinigung von Heiligem Geist und Sohn in mir und der Vereinigung mit dem Vater über mir, entwerde ich allem und werde eins mit Gott.  

Der Heilige Geist kehrt heim zum Sohn und der Gemeinschaft mit dem Vater. Augustinus von Hippo legt dies mit den Worten nahe "Gehe nicht hinaus. In dich selbst kehre zurück. In dem inneren Menschen wohnt die Wahrheit." Jesus, der Sohn, sagt "Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir." Und der Evangelist Johannes sagt "Was ihr von Anfang an gehört habt, bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben." 

Der eine Gott wird zwei. Vater und Sohn. Der Sohn wird zwei. Der Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist-Mensch. Der Sohn Jesus Christus wird geboren, wo er den Heiligen Geist verlässt. Der Heilige Geist, der ohne den Sohn Jesus Christus ist, wird Mensch. Wo Jesus Christus stirbt und der Heilige Geist-Mensch mit ihm stirbt, werden beide zum Sohn und eins mit dem Vater.   

 

Als Christen sind wir Heilige Geist-Menschen, die im Sterben mit dem Sohn Jesus Christus selbst zum Sohn und der Gemeinschaft mit dem Vater werden. Wir werden Gott in Gott durch Gott. Wir werden zum Sohn im Vater durch den Heiligen Geist und Jesus Christus.

Ich und Ich und Du

Ich und Ich und Du. "Ich und Ich" heißt, dass das Ich im Ich bleibt. Das Ich, das im Ich bleibt, ist eins mit seinem Du. Es ist Gemeinschaft mit sich selbst und seinem Du. Das Ich, das das Ich verlässt, erschafft ein Ich-Bild und ein Welt-Bild. Es geschieht eine zweifache Trennung. Die Trennung zwischen "Ich und Ich" und die Trennung zwischen Ich-Bild und Welt-Bild. Das Ich, das in die Welt geht ist nicht mehr eins mit seinem Du. Es hat die Gemeinschaft mit seinem Du verlassen. Das Ich, das in das Ich zurückkehrt vereinigt sich mit sich selbst. Es kehrt zurück aus der Welt. Das Ich-Bild und das Welt-Bild zerfallen. Es geschieht eine zweifache Vereinigung. Die Vereinigung des Ich mit dem Ich und die Vereinigung des Ich mit dem Du. Das Ich, das zu sich heim kehrt, kehrt heim zu seinem Du. Es kehrt heim in die Gemeinschaft mit sich selbst und seinem Du. Ich und Ich und Du sind eins. Sie sind zweifache Gemeinschaft, die in einer zweifachen Trennung getrennt und in einer zweifachen Vereinigung wiederhergestellt wird. Alles ist eins. Alles ist Gemeinschaft. Nichts ist getrennt. 

 Die Freude am HERRN ist meine Stärke (Nehemia 8, 10) 

Es gibt Gott, den Vater. Es gibt Jesus, den Sohn. Und es gibt den Herrn, das Angesicht des Vaters im Sohn, den heiligen Geist. Durch den heiligen Geist, der Herr ist, wird auch Gott und Jesus zum Herrn. Somit ist Gott, der Vater, der Herr, und es ist Jesus, der Sohn, der Herr. Sie sind ein Herr durch das Angesicht des Vaters im Sohn, den heiligen Geist, der selbst Herr ist. 

Der heilige Geist, der Herr ist, ist das "Wir" von Vater und Sohn. Gott, der Vater, der Herr ist, ist das "Du" des Sohnes, und Jesus, der Sohn, der Herr ist, ist das "Du" des Vaters. So sagt Gott, der Vater, zum Sohn: “Du bist mein Sohn! Ich habe dich heute gezeugt.” (Psalm 2, 7) und “Du hast das Recht geliebt und das Unrecht gehasst. Darum, o Gott, hat dein Gott dich gesalbt mit dem Öl der Freude wie keinen der anderen bei dir.” (Hebräer 1,8). Und so sagt der Sohn zum Vater “Offenbare die Herrlichkeit deines Sohnes, damit auch der Sohn deine Herrlichkeit offenbar machen kann.” (Johannes 17, 1) Dies bewirkt Gott, der Vater, durch den heiligen Geist, die Gemeinschaft mit seinem Sohn; das "Wir" mit seinem "Du". Das "Wir" mit seinem "Du" spiegelt sich in seinem "Du" und verwandelt es zu einem neuen "Ich". 

Das alte Testament unterscheidet zwischen Gott, dem HERRN, und Jesus, dem Herrn: "Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel unter deine Füße lege.” (Psalm 110, 1) Durch die Offenbarung Gottes, des HERRN und Vaters, in Jesus, dem Herrn und Sohn, wird das Angesicht des HERRN im Herrn selbst zum Herrn. Das Angesicht Gottes, des HERRN und Vaters, wird in Jesus, dem Herrn und Sohn, zum Herrn, dem Heiligen Geist. Der Herr, der Heilige Geist, ist das Wesen Gottes, des Vaters, und das Wesen Jesu’, des Sohnes, wie er von Gott, dem Vater, verherrlicht wurde: “Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.” (2.Korinther 3,17) Paulus spricht vom Herrn, dem Angesicht des HERRN im Herrn, dem Heiligen Geist. Er spricht vom Geist des Vaters im Sohn, den wir in der Verbindung mit dem Sohn empfangen. Durch das Kreuz und die Auferstehung des Sohnes machen auch wir mit dem Sohn die Herrlichkeit des Vaters offenbar. Wir spiegeln die Herrlichkeit des Herrn Jesus, dem Sohn, wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, dem Angesicht des Vaters im Sohn, der der Heilige Geist ist. 


Credo in unitatem cum Deo Triuno

Ich glaube an die Einheit mit dem dreieinen Gott. Ich glaube an die Einheit des Menschen mit dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist in der Person Jesu, dem Gesalbten. 


In der Person Jesu ist der Sohn und der Heilige Geist und somit auch der Sohn und der Vater eins. Der Sohn entäussert sich. Er gibt seine Einheit mit dem Vater auf und wird Mensch. Als der Gesalbte des dreieinen Gottes tauft er mit dem Heiligen Geist. In der Taufe entäussert sich der Heilige Geist. Der Heilige Geist gibt seine Einheit mit dem Sohn auf und nimmt die Gestalt der Menschen an, die vom Sohn mit dem Heiligen Geist getauft wurden. Wie der Sohn durch den Vater in die Welt gesandt wurde, so wird der Heilige Geist durch den Sohn in die Welt geboren. Die Menschen verbinden sich mit dem Sohn Jesus, dem Gesalbten. Sie werden zu Schülern und Anhängern des Gesalbten, und sie werden in der Verbindung mit ihm in die Einheit des dreieinen Gottes aufgenommen. In der Gleichzeitigwerdung mit dem Sohn, dem Erinnern seiner Gegenwart, verlieren sie ihre Ich-Bezogenheit und werden aus der Sinnen- und Gedankenwelt herausgelöst. In dem gemeinsamen Erleben von Leben, Tod und Auferstehung mit dem Sohn Jesus, dem Gesalbten, empfangen sie mit Jesus den Heiligen Geist und werden, wie er selbst eins mit dem Sohn. In der Einswerdung des Heiligen Geistes mit dem Sohn verlieren die Menschen des Heiligen Geistes ihre Ich-Bezogenheit. Sie verlieren den Ich-Gedanken und das Ich-Gefühl, durch welche sie in der Sinnen- und Gedankenwelt verhaftet sind. Sie sterben mit Jesus dem Tod und bilden mit ihm den universellen Körper des Gesalbten. Sie bilden die Körperteile des einen Menschen, wie er nach dem Bild des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes geschaffen war, Mensch wurde, gestorben war, auferstand und in den Himmel empor gehoben wurde, und erben mit ihm das ewige Leben; die lebendige Gemeinschaft aus Vater und Sohn und Heiligem Geist. 


Das Reich der Gottheit, das Wirken der Einheit von Vater und Sohn und Heiligem Geist in der Person Jesu, wird Wirklichkeit in der Welt und verwandelt die Welt nach dem Bild des dreieinen Gottes. Die Welt wird verwandelt und wiederhergestellt in der heilenden Kraft der Person Jesu, des Gesalbten. 

Die Heilige Begegnung

Zwischen dem Vater und dem Sohn zeigt sich die Heilige Bewegung. Die Heilige Bewegung wählt den Vater und den Sohn, um sich zwischen ihnen, in dem Aufleuchten der Heiligen Begegnung, zu offenbaren. Die Mutter Weisheit gebiert die Gemeinschaft von Vater und Sohn in ihren Kindern. In ihr zeigt sich die Heilige Bewegung. Die Heilige Bewegung und das Aufleuchten der Heiligen Begegnung vermittelt die Neugeburt der Kinder. 

Die Mutter Weisheit, die den Vater und den Sohn in ihren Kindern gebiert, ist symbolisiert durch die Mutter Gottes, Maria. Sie steht für die Hingabe und das Eintreten der Heiligen Bewegung in unsere Seelen. Durch sie wird der Vater und der Sohn und mit ihnen die Heilige Bewegung in uns geboren. Durch sie erleben wir das Aufleuchten der Heiligen Begegnung und die Geburt des dreifaltigen Gottes in unseren Seelen. Wir werden zu Kindern geboren durch das Aufleuchten der Heiligen Begegnung zwischen Sohn und Vater in unseren Seelen. Durch die Mutter Weisheit lebt der dreifaltige Gott, der Bewegung und Begegnung ist, in unseren menschlichen und verwundbaren Herzen. 

Der dreifaltige Gott wird selbst Mensch und verwundbar, damit wir in seinem Tod und seiner Auferstehung zur göttlichen Gemeinschaft mit ihm befähigt würden. Das Kreuz wurde so zum Zeichen unserer Hoffnung. Mit ihm ist Schuld und Scham von uns abgewischt und mit ihm sind wir zu einem neuen Leben in geistiger Reinheit geboren. Immer und immer wieder von Neuem. Kraft der Weisheit, der Heiligen Bewegung und dem Aufleuchten der Heiligen Begegnung von Sohn und Vater in unseren Herzen. Wir sind verwandelt zu Kindern des dreifaltigen Gottes.